IBAM an der Uni Witten/Herdecke

Integriertes Begleitstudium Anthroposophische Medizin

Praktisches Jahr

PJ-Ausbildungsstation

Ausbildungspreis NRW 2015

Das Konzept der Ausbildungsstationen Integrative Medizin wurde im Jahr 2015 mit dem Ausbildungspreis NRW ausgezeichnet.


Die PJ-Ausbildungsstationen Integrative Medizin der Universität Witten/Herdecke befinden sich im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke. Entwickelt und durchgeführt werden sie vom Integrierten Begleitstudium Anthroposophische Medizin (IBAM).

Ziel der Ausbildungsstation:

Das Konzept der PJ-Ausbildungsstation verbindet zwei Ziele: Eine praxisnahe Ausbildung von Medizinstudierenden und eine gute Patientenversorgung. Die Studenten sind dabei möglichst eigenständig für die Behandlung der Patienten und die damit verbundene Stationsarbeit zuständig. Supervidiert werden sie von Ärzten, die Lehrvisiten durchführen, unterrichten, die Tätigkeit der Studierenden korrigieren und die ärztliche Verantwortung für die Behandlung der Patienten übernehmen.

Warum eine Ausbildungsstation?


Das deutsche Medizinstudium leidet an einem fehlenden Praxisbezug. So sieht es zumindest die Mehrzahl der Absolventen deutscher Hochschulen. Bei einer Umfrage des Gütersloher Zentrums für Hochschulentwicklung gaben sie ihrem Medizinstudium in Bezug auf die Ausbildung "klinisch-praktischer Fähigkeiten" die "Schulnote" 4,4 (!). In der Ausbildungsstation werden Lehre und Patientenversorgung nicht miteinander in Konkurrenz gebracht, sondern unterstützen sich gegenseitig. Die Studierenden übernehmen – entsprechend ihren Möglichkeiten - sämtliche Aufgaben des Stationsarztes. Dieser hat damit Zeit, sich um die Anleitung und Supervision der jungen Kollegen zu kümmern. Die Studenten lernen an den Fragen der Praxis und nutzen die gewonnenen Erkenntnisse zugleich für die Betreuung ihrer Patienten. (www.che.de/downloads/AP57_Anhang_213.pdf)

Lernen, Ärztin/Arzt zu sein

Die Idee der Ausbildungsstation beruht darauf, dass Studierende vieles mitbringen, wovon die Patienten profitieren können: Engagement, Interesse, Zeit, Enthusiasmus, Wissen uvm. Die Studierende lernen auf den PJ-Ausbildungsstationen im Rahmen der ärztlich unterstützten Betreuung der Patienten vieles, was ihnen nur die Praxis bieten kann: das Erfassen der realen Notsituation, die Auseinandersetzung mit einem Patientenschicksal, die Bewältigung des Stationsalltags, Zeitmanagement sowie die Kommunikation und Zusammenarbeit im interprofessionellen Team.

Integration

Besonders ist nicht nur die Lernform, sondern auch der Inhalt des Lernens und Praktizierens: Es geht um eine Integrative Medizin, bei der die Schulmedizin um Komplementärmedizin erweitert wird. Im Fall des IBAM und der Ausbildungsstationen besteht die Erweiterung in der Anthroposophischen Medizin, die insbesondere auf die Wahrnehmung und Unterstützung der geistigen Individualität in ihrer Auseinandersetzung mit der Erkrankung abzielt. Grundlage bildet ein medizinisches Menschenbild, das Leib, Seele und Geist berücksichtigt. (Download: Flyer IBAM Ausbildungsstation)