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Für viele Studierende ist das praxisbezogene, eigenständige Arbeiten ein wichtiges Lernziel im PJ; sie erfahren aber häufig, dass sie als zusätzliche Last erlebt und im Wesentlichen für Routinearbeiten eingesetzt werden, ohne besonderen Lernerfolg. Genau hier setzt die Ausbildungsstation an und verbindet zwei Ziele: eine praxisnahe Ausbildung von Medizinstudierenden und eine gute Versorgung von Patient*innen.

Die Idee der Ausbildungsstation beruht darauf, dass Studierende vieles mitbringen, wovon die Patient*innen profitieren können, wie beispielsweise Engagement, Empathie und Zeit. Gleichermaßen werden Student*innen auf das Erfassen der Notsituation realer Patient*innen, die Entwicklung einer ärztlichen Grundhaltung in Auseinandersetzung mit einem Schicksal, die Bewältigung von organisatorischen Aufgaben im Stationsalltag, die Kommunikation mit Pflegenden, Therapeuten, ärztlichen Kolleg*innen sowie Einrichtungen des Gesundheitswesens vorbereitet.

Die Ausbildungsstation gehört zum Integrativen Begleitstudium Anthroposophische Medizin (IBAM), in dem auf Basis der Anthroposophie dieser didaktische Ansatz realisiert wird. Die ärztliche Ausbildung wird an der Entwicklung des Studierenden (Studierenden-zentriertes Lernen) ausgerichtet. Konkret bedeutet dies, dass die Studierenden von Anfang an mit der Praxis der Patientenversorgung (Patient*innen-zentriertes Lernen) konfrontiert werden. Daran entzünden sich Fragen, in der Suche nach Lösungen und der Aufgabenbewältigung entwickeln sich ärztliche Kompetenzen. Supervision, Anleitung und Beurteilungen durch die Lehrenden unterstützen die Studierenden in der Einschätzung ihres Lernbedarfes und Lernerfolges. In der Ausbildungsstation werden Lehre und Patientenversorgung nicht miteinander in Konkurrenz gebracht, sondern unterstützen sich gegenseitig. Die Studierenden übernehmen – entsprechend ihren Fähigkeiten - sämtliche Aufgaben des Stationsarztes. Dieser hat damit Zeit, sich um die Anleitung und Supervision der jungen Kolleg*innen zu kümmern.

Konventionelles PJ-Tertial

PJ-Tertial auf der AS im GKH

Supervision

Auf der Ausbildungsstation betreuen bis zu vier PJler*innen bis zu zehn Patient*innen.

Die Studierenden sind dabei so weit wie möglich selbstständig tätig: Von der Aufnahme der Patienten*innen über die Visite bis zum Entlassungsbrief. Die Supervision erfolgt durch Lehrärzt*innen, welche zudem wöchentlich Lehrvisiten durchführen, unterrichten, die Tätigkeit der Studierenden kontrolloeren und die ärztliche Verantwortung für die Behandlung der Student*innen übernehmen. Außerdem nehmen die Student*innen an den Stationsbesprechungen der Pflegenden teil und gestalten die Therapiebesprechungen mit den Therapeut*innen.

Integrative Medizin

Am GKH geht es um eine Integrative Medizin, bei der die Schulmedizin um Komplementärmedizin erweitert wird. Im Fall der Ausbildungsstation (AS) -vor allem auf der AS Innere Medizin sowie Kinder- und Jugendmedizin- besteht die Erweiterung in der Anthroposophischen Medizin, die insbesondere auf die Wahrnehmung und Unterstützung der geistigen Individualität in ihrer Auseinandersetzung mit der Erkrankung abzielt.

Grundlage bildet ein Leib, Seele und Geist berücksichtigendes medizinisches Menschenbild. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.